Auf dem Jakobsweg Teil 4 – Ponferrada

Die Flachland Region Leon ließ ich endlich hinter mir und näherte mich mit großen Schritten Galizien. Die Farbe braun wurde schnell durch viele Grüntöne ersetzt. Dafür wurde es umso steiler. Einen Berg zu überqueren dauerte einen ganzen Tag und abends war ich froh endlich in meinem Zelt zu liegen. Proviant kaufte ich mir in einem kleinen Supermarkt, wie gewohnt zu überteuerten Preisen. Man gewöhnt sich schliesslich an alles. Der Jakobsweg ist mittlerweile so touristisch geworden, dass viele Menschen den beliebten Pilgerweg, für Geschäfte ausnutzen. An jeder Ecke werden Souvenirs angeboten, eine Erfrischung oder ein Snack.

Über Konsum entscheiden man selbst

Anders als in den arabischen Ländern, zwingt niemand jemanden etwas auf. Das soll jetzt keinesfalls eine Diskreditierung sein oder falsch verstanden werden. Das ist lediglich ein Vergleich. Als Pilgerer bekommt man seine Privatsphäre und Ruhe, die benötigt wird um seinen Weg bis ans Ende zu gehen. Etwas mehr Unterstützung hatte ich mir dennoch, zumindest aus kirchlicher Seite gewünscht. Statt einer Mahlzeit, bat man um eine Spende. Der Sinn dahinter und die Unterstützung, wie sie früher mal war, gehört der Vergangenheit an.

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Der Wandel und Sinn des Jakobswegs

Erlebnistouristen lösen die Magie der Pilgerer ab. Selfies und Facebook Gruppen scheinen wichtiger zu sein, als das pilgern an sich. Unter Beweis gestellt in vielen Herbergen, wo sich große Gruppen, vor dem Eingang tummelten. Alle ausgestattet mit einem Smartphone der letzten Generation. Doch wie man in Köln so schön sagt:

jeder Jeck is anders, ne

Farbenfrohe Vegetation und endlich Steigung

Wie schon gesagt, nach einer Woche im Flachland, ohne Schatten und stets gelb / braunen Farben freut man sich wenn man gen Ponferrada pilgert. Der Umstieg kam überraschend schnell, sodass man kaum Zeit hatte sich an die neue Vegetation zu gewöhnen. Galizien und das Endziel Santiago de Compostela kam immer näher. Der Geist des Jakobswegs war ein stetiger Begleiter. Die vielen Kilometer die man bereits hinter sich hatte, kamen einem unglaublich vor. Auf dem camino geht man an seine Grenzen und merkt wie robust wir Menschen eigentlich sind und wie stark der Wille sein kann.

Wie es dann weiter ging, erzähle ich Euch im nächsten Artikel: Pilgern durch Galizien. Freut mich das ihr schon so weit gelesen habt. Ich kann es nur wiederholen: der Jakobsweg war einer meiner besten Lebenserfahrung und ich würde diese jederzeit wieder tun. Das nächste mal jedoch mit dem Fahrrad in einer Woche.

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2 Gedanken zu “Auf dem Jakobsweg Teil 4 – Ponferrada

  1. Mit konsum wolte ich ja last year endgültig brechen…und nur noch davon leben was ich mit meiner klampfe erspiele….so ohne alles…..wollte ich ja auch nach santiago….hahahahahich war so naiv..,,schön gescheitert…..aber vielleicht…..try again?????love and peace

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    1. Ich hab auf dem Jakobsweg zwei Pilgerer getroffen, die ohne Geld unterwegs waren, zumindest sagten sie das. Man braucht eine große Portion Mut aber ich denke es ist machbar. Ich hab in den 19 Tagen etwa 400 Euro ausgegeben. 90% davon gingen auf Lebensmittel drauf. Ich war ja mit dem Zelt unterwegs und konnte so die Übernachtung sparen.

      Ich hätte auch noch was einsparen können, doch ich war auf „Strom angewiesen“ um meine Akkus zu laden. Somit musste ich mir das ein oder andere Bier bzw. Kaffee gönnen 😉

      Alles was ich unterwegs an Nahrungsquellen gefunden habe, habe ich mitgenommen, wie z .B. grüne Äpfel, Beeren, Birnen und sogar Mandeln. Das reichte natürlich nicht. Es gibt Strecken, da ist weit und breit nichts ausser n paar Steine und (Weizen-) Felder.

      Man neigt auch dazu, zu viel zu kaufen. Kaum trifft man auf einen Supermarkt, deckt man(n) sich ein, als gäbe es kein morgen mehr. Man lernt jedoch nicht aus. Im Nachhinein ist man immer schlauer, selbst ich :))

      Ich freue mich schon auf das nächste mal. Nur dann mit Fahrrad, Hund und einem Solarpanel um ausreichend Strom dabei zu haben. Der Jakobsweg war auf jeden Fall eine schöne Erfahrung, die ich nicht bereut habe.

      LOVE, PEACE & HARMONY

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