Der Jakobsweg Teil 3: Burgos nach Leon

In diesem Teil des Jakobwegs pilgerte ich von Burgos über Fromista nach Leon. Dieser Teilabschnitt betrug etwa 260 Kilometer und wurde in etwa einer Woche bewältigt. Ich lief im Durchschnitt etwa 37 km pro Tag und zwar Montag bis Sonntag ohne eine Pause einzulegen. Mit dem Zelt konnte ich schliesslich überall übernachten. Auf dieser Etappe gönnte ich mir jedoch einen Tag in einer Herberge. Eine Dusche und feste Wände mussten einmal sein. Ich nutzte gleich die Chance und bediente mich an der Waschmaschine, damit meine Kleidung wieder frischen Duft bekam. Die durchschnittliche Temperatur betrug 35 Grad Celsius. In den Abendstunden kühlte es bis auf maximal 25 Grad ab, was einen angenehmen Schlaf mit sich brachte. Diesen braucht man um am nächsten Tag fit in den Tag starten zu können.

Zwischenbericht über die Ausrüstung

Mein Zelt trotzte jeder Witterung und Bodenbeschaffenheit. Das war die wohl schlauste Investition, die ich bereits 2015 für mein Island Urlaub tätigte. Da ich das Zelt oft genutzt habe, sind mir in der Zwischenzeit ein paar Heringe abhanden gekommen. Ich entschied mich für Ersatz aus Aluminium, wodurch ich nicht nur Gewicht gespart habe, sondern auch das Packmaß reduzierte. Die Investitionskosten für die Alu-Heringe von MSR betrugen damals ca. 15 Euro. Die Wanderschuhe waren jetzt richtig eingelaufen und wurden unterwegs hin und wieder entstaubt aber nicht großartig gereinigt oder sonstiges. Die Socken musste man täglich wechseln und zwar mehrmals. Diesen Tipp erhielt ich von einem erfahrenen Pilgerer. Man sollte stets in trockenen Socken wandern und die feuchten zum trocknen an den Rucksack hängen.

Das einzige Ausrüstungsteil das kaputt ging, war die Isomatte. Ich entschied mich für eine Therm-a-rest Neo Air, Island, Griechenland und Rumänien waren für diese Matte kein Problem. Ich hab wohl Dornen erwischt, die sich durch die dünne Schicht gebohrt haben. Nach mehrmaligen Versuch des Klebens, habe ich es schliesslich aufgegeben. Die Luft hielt nur noch bedingt, für maximal zwei Stunden. Einen adequaten Ersatz konnte ich nicht finden, also beschloss ich mein Untergrund aus Heu zu bauen. Davon fand ich auf den Feldern genügend. So hatte ich einen weichen Untergrund und zugleich Wärme von unten. Not macht schliesslich erfinderisch…

Essen gehen vs. Einkaufen im Supermarkt

Täglich stand ich vor der Entscheidung über was ich essen werde. Der Vorteil eines Supermarktes ist zwar das reichhaltige Angebot, doch man musste die Einkäufe stets mit sich herum schleppen, da man nicht wusste wann man den nächsten Supermarkt oder Kiosk zu Gesicht bekommt. Die Preise auf dem Dorf waren teilweise doppelt und dreifach. Eine Pilgermahlzeit auf dem Jakobsweg kostet um die zehn Euro. Dafür konnte man Lebensmittel für zwei Tage einkaufen. Also wechselte ich immer ab. Einen Tag ging ich Essen, den darauffolgenden ernährte ich mich aus Dosen, frischen Früchten und ganz vielen Nüssen und Sonnenblumenkerne. Zur Belohnung gönnte ich mir abend ein spanisches Bier, wie beispielsweise Mahou oder Estrella Galizia. Oft stand ich jedoch vor verschlossenen Türen, da im August viele Feiertage in Spanien anfallen und manche davon sind nur regional. Gefühlt hatte ich Glück oder Pech, wie man es eben sieht, alle zu erwischen.

Endlich Beerenzeit

Inzwischen war es Mitte August und die Waldbeeren / Himbeeren sowie die Äpfel reiften langsam an. Die Streucher waren dicht bewachsen und so konnte ich mir täglich kostenlos meine Vitamine unterwegs einsammeln.

Burgos war die schönste Stadt in dieser Region. Eine schöne Altstadt, viele Einkaufsmöglichkeiten und schöne Parks waren eine Abwechslung zu Weizenfelder und Wiesen. Wie es weiter ging erzähle ich Euch im nächsten Artikel: Der Jakobsweg Teil 4.

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