Der Jakobsweg Teil 2

Nur noch knapp 576 km trennten mich nun vom Ziel Santiago de Compostela in Galizien. Das mag zwar viel klingen, doch nach ein paar Tagen hat man sich daran gewöhnt. Die Etappen wurden immer länger und aus anfänglich 15 bis 20 km wurde die Tageskilometer auf 30 km angehoben. Jeder Pilgerer hat seine eigene Geschwindigkeit, also beschlossen wir getrennte Wege zu gehen. Ich wollte mein Limit erreichen und täglich zelten, eine Freiheit, die ich nicht bereut habe. Die Schlepperei war zwar nicht ohne, doch die Abenteuerlust stieg umso mehr. Es ist ein schönes, befreiendes Gefühl, wenn man morgens nicht weiß, wo man die Nacht verbringt. Gefährlich ist der Jakobsweg (Quelle: Wikipedia) auf gar keinen Fall. Man lernt viele freundliche Menschen kennen und die Spanier ziehen den Hut vor einem Pilgerer, erst recht wenn sie hören, dass man den ganzen Jakobsweg über, zeltet.

Zeit alte Lasten loszuwerden!

Der wohl wichtigste Grund den Jakobsweg anzutreten, war das Bestreben mit dem Rauchen aufzuhören. Auf dem Camino klappt das super, man hat schliesslich was zu tun und möchte seine Lungen nicht unnötig vergiften. Angestaute Wut, Verärgerung und schlechte Gewohnheiten mussten also hinter mich gelassen werden. Ich hatte drei Steine, jeden für eine Sache, die ich loswerden wollte. Also beschloss ich an einer guten Stelle,  die Altlasten hinter mich zu lassen. Das sah dann so aus!

Die Landschaft veränderte sich und gelb-braun waren die dominierenden Farben. Im flachen Land ließ es sich zwar besser laufen, doch Schatten war leider Mangelware. Egal wohin man schaute, Weizenfelder, Sonnenblumen und Getreide. Zum Glück haben auch hier die Temperaturen gut mitgespielt und die Hitze war erträglich.

Jakobsweg in der Region: Viloria de Rioja

Etwas grüner ist die Region Rioja, endlich wieder eine frische Brise und Bäume, die einem in der Mittagshitze etwas Schatten spendeten. Zu einem leckeren Festmahl durfte ein Glas Rotwein natürlich nicht fehlen. Es ging also weiter bis ich einen tollen Schlafplatz endteckte.

EL OASIS DEL CAMINO

Völlig überrascht war ich am nächsten Tag als ich stundenlang einen Berg hinauf marschierte. Die Wasservorräte wurden knapp, die Hitze unerträglich und die Kräfte ließen zum ersten mal, auf dem Jakobsweg, etwas nach. Die Belohnung des Tages war eine Oase, welches einem Indianercamp ähnelte. Kaffee, Tee, Obst, Kekse und vor allem Wasser warteten in einem improvisierten Bauch-Shop auf Pilgerer. Alles natürlich gegen eine Spende! Eine Verschnaufpause gönnte ich mir in einer Hängematte…

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Ich nutzte die Gelegenheit und tankte meine Energie für den Rest des Tagesmarsches etwas auf. Nachdem die Wasservorräte gefüllt und die Füße eine Pause hatten, ging es den Berg hinab ins Tal. Ich kam an ein paar Kirchen vorbei, sammelte meine Stempel und lief weiter an die dritte Kirche des Tages, wo ich auch endlich Schlaf fand…

So ging es dann am nächsten morgen weiter auf dem Jakobsweg

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